Röntgenbilder

Die Röntgenaufnahme ist ein wichtiges Hilfsmittel zur rechtzeitigen Erkennung und Behandlung von gewebezerstörenden Erkrankungen im Kiefer-Gesichtsbereich. Entzündete und abgestorbene Zähne können ohne Röntgenaufnahmen nicht immer als solche erkannt werden, Erkrankungen des Zahnbetts (Parodontose) bleiben unsichtbar, Zahnersatz lässt sich nicht sinnvoll planen und Karies kann oft nicht rechtzeitig entdeckt werden.

Darüber hinaus gibt es einige zerstörende, z. T. auch bösartige Prozesse (Tumoren, Zysten), die ohne Röntgenkontrolle zu lange unerkannt bleiben und immense Schäden verursachen. Für Patienten ist dies häufig nur eine theoretische Überlegung: Jeder Arzt ist hingegen in seinem Berufsleben oft gleich mehreren Menschen begegnet, in denen eine (zu) späte Diagnostik massive Folgen für diese Menschen hatte, mitunter lebensbedrohliche. Solche Erlebnisse prägen meist nur die Menschen, die das selbst so erlebt haben; entsprechend verständlich ist oft die auseinander gehende Meinung zu Sinn und Zweck der Röntgendiagnostik aufgrund der völlig unterschiedlichen Erfahrungen.

Was machen Röntgenstrahlen?

Beim Durchtritt durch den Körper überträgt Röntgenstrahlung Energie, wobei biologische Strukturen ihre Funktion verlieren oder verändern können. Der menschliche Körper verfügt über sehr leistungsfähige Schutzmechanismen, die den größten Teil dieser Veränderungen reparieren. Ein Problem entsteht dann, wenn eine höhere Strahlendosis die Selbstreparatur überfordert, oder wenn einzelne nicht reparierte Veränderungen zufällig entarten (Krebs) oder das Erbgut schädigen. Röntgenaufnahmen in der heutigen (diagnostischen) Medizin liegen weit unterhalb der Strahlenmenge, die die Selbstreparatur des Körpers überfordert. Die Frage, ob dann aber von den wenigen, nicht reparierten Veränderungen eine Gefahr ausgeht, kann die Wissenschaft bis heute nicht beantworten. Eines ist jedoch sicher: Die Gefahr ist so klein, dass sie mit allen wissenschaftlichen Mitteln bislang nicht zu erkennen war. Im Gegensatz zu der Gefahr, die von unerkannten Erkrankungen ausgeht.

Wie groß ist denn nun das theoretische Risiko ?

Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast... . In Modellrechnungen entsprechen vier Mundfilme oder eine Gebißübersichtsaufnahme (Panoramaaufnahme) dem Risiko, eine Zigarette zu rauchen (Krebstod). Verglichen wird die Belastung auch mit der Strahlung von Fernsehgeräten oder der nicht gerade unerheblichen natürlichen Strahlung, der wir uns meist ziemlich bedenkenlos in der Reiseflughöhe über 9600 Meter in einem Jet-Flugzeug aussetzen (zum Vergleich: Die Strahlendosis, die ein Reisender beim Flug von Franfurt nach Washington aufnimmt, entspricht der Dosis eines CT. Also der strahlungsintensivsten Form des Röntgen, weil es sich um eine dreidimensionale Darstellung mit vielen Schichten handelt. Auch Vielflieger werden aber wohl noch nie eine Diskussion darüber beim Einstieg in die Maschine gehört haben. Aber wir haben die Diskussion ständig in der Praxis. Warum ist das wohl so?).

Fakt ist jedenfalls auch, dass - obwohl 33 % aller Röntgenaufnahmen in Deutschland im Bereich der Zahnheilkunde entstehen, die Nirdrigdosis-Aufnahmen in den zahnärztlichen Praxen nur für 2 % (!) der Strahlungsbelastung durch medizinische Röntgendiagnostik verantwortlich sind.

Was tun wir in der Praxis?

Während seines Studiums wird jeder Zahnarzt gründlich im Strahlenschutz ausgebildet und erfährt auch später laufend aus der Fachpresse über die aktuellen Entwicklungen. Darüber hinaus werden Zahnärzte regelmäßig von verschiedenen staatlichen Stellen überprüft und müssen, wie ihre in der Röntgendiagnostik beschäftigte Fachhelferinnen auch, ihre Strahlenschutzkenntnisse alle fünf Jahre erneut in Kursen auffrischen. Dieses deutsche Prüfungssystem kostet viel Geld, ist eines der strengsten der Welt und wurde z. B. auch in der Schweiz übernommen. Die Umstellung unserer Röntgendiagnostik auf digitale Verfahren hat uns viel Geld und Mühe gekostet, kommt Ihnen jedoch durch die heute stark verminderte Strahlendosis unmittelbar zugute.

Wägt man Nutzen und Risiko ab, so rechtfertigt das Risiko nicht, auch nur auf eine einzige diagnostisch sinnvolle Aufnahme zu verzichten: Das Risiko der Schädigung des Körpers durch das Röntgenbild ist aus theoretischen Überlegungen heraus zwar leider grundsätzlich nicht auszuschließen. Dem gegenüber steht jedoch die nicht nur theoretische Gefahr, in der Praxis die Schädigungen des Körpers durch die oben beschriebenen Prozesse nicht rechtzeitig zu erkennen und so den Krankheiten und den körperzerstörenden Prozessen von Karies, Parodontose und Gewebeveränderungen wie Zysten und Tumoren nicht rechtzeitig Einhalt zu gebieten. Auch in naturheilkundlich ausgerichteten Praxen spielt die Röntgendiagnostik eine wesentliche Rolle. Viele Heilpraktiker und ganzheitlich ausgerichtete Ärzte benötigen beispielsweise eine Panoramaaufnahme für ihre Amalgamdiagnostik.

Wenn Sie weitere Fragen haben, fragen Sie uns bitte.

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