Zahnersatzpflege

Viele gesundheitliche Störungen in der Verdauungstätigkeit des Menschen haben ihre Ursache im Mundbereich, wenn durch Zahnverlust oder mangelhaften Zahnersatz die normale Kautätigkeit behindert ist. Hier wirksam vorzubeugen ist neben der Wiederherstellung der Sprachfunktion, der Ästhetik, dem Schutz der Kiefergelenke und vielem anderen der Sinn zahnärztlich-prothetischer Maßnahmen.

Mit der Eingliederung des Zahnersatzes ist die zahnärztliche Arbeit nicht abgeschlossen. Das Zusammenspiel von natürlich vorhandenen Zähnen und/oder zahnlosen Kieferkämmen mit dem Zahnersatz bedarf regelmäßiger Kontrolle durch den Zahnarzt ( im Allgemeinen halbjährlich) und einer aufmerksamen Pflege durch den Patienten. Hierzu sollen im folgenden spezielle Hinweise gegeben werden.

Die Pflege des herausnehmbaren Zahnersatzes

Wie die Zähne auch, sollte der Zahnersatz nach jeder Mahlzeit unter fließend Wasser gründlich von Speiseresten befreit werden. Speisereste und Zahnbeläge können sonst in kurzer Zeit zu Schäden führen, weil zum Beispiel bestimmte Mundpartien durch die Prothese bedeckt sind: So werden sie von dem sonst frei strömenden, reinigenden und heilenden Speichelfluss nicht mehr erreicht.

Einmal am Tag sollte eine gründliche Reinigung der Prothese mit einer Zahnbürste (evtl. spezielle Prothesenbürste) und Zahnpasta (schonender für den Kunststoff der Prothese: Geschirrspülmittel) erfolgen. Zeigt es sich, dass die Prothese an schwer zugänglichen Stellen noch nicht überall glatt und glänzend geworden ist, kann sie für 15 Minuten in eine Schale mit einem Prothesen-Reinigungsmittel gelegt werden (3 %-iger Wasserstoffsuperoxyd aus der Apotheke tut es zur Not auch): An der heftigen Bläschenbildung kann man erkennen, dass an feinen Rillen, Klammern oder Geschiebeteilen noch Beläge verborgen waren.

Im Anschluss an die Reinigung der Prothese (und nach der Reinigung der Mundhöhle) kann zum Schutz der von den Prothesen abgedeckten Schleimhaut- und Zahnfleischpartien auf die entsprechenden Prothesenteile z. B. der Salbei-Zahnfleischbalsam der Firma WELEDA oder auch der Mundbalsam der Firma WALA (Apotheke) in dünner Schicht aufgetragen werden, insbesondere dann, wenn die Prothese auch nachts getragen werden soll. Anfänglicher Kunststoff-Geschmack eines neuen Zahnersatzes lässt sich durch vorübergehendes Einlegen der Prothese in Milch beseitigen (alter Zahntechniker-Tipp).

Soll ich meine Prothese auch nachts tragen?

Insbesondere Totalprothesen sollten ein- oder zweimal pro Woche während der Nacht nicht getragen werden, damit sich durch diese vorübergehende Entlastung die Mundgewebe erholen können. Im Gegensatz zu der Empfehlung vieler Zahnärzte, die Prothesen grundsätzlich auch nachts zu tragen, empfiehlt Professor Mel Rosenberg von der Universität Tel Aviv, Israel – einer der weltweit führenden Spezialisten in der Erforschung des sensiblen Themas „Mundgeruch“ – die Prothesen nachts in desinfizierender Flüßigkeit liegen zu lassen. Manche Zahntechniker empfehlen, nicht unbedingt die handelsüblichen Reinigungstabletten zu benutzen. Aber neueren Untersuchungen zufolge sind diese besser als ihr Ruf, zumindest die in Deutschland handelsüblichen. Wer es natürlicher mag: Essigwasser (gegen Zahnstein) funktioniert auch. - Sollte zu Beginn bei einer neuen Prothese ein Mundbrennen festzustellen sein, ist die nächtliche Lagerung in Olivenöl ein altes Hausrezept.

Da die Prothesen z. B. auch die Kiefergelenke entlasten sollen, indem sie Zähne in den Stützzonen der Backenzähne ersetzen, muss die Frage nach dem nächtlichen Tragen wohl von Fall zu Fall entschieden werden.

Die richtige Mundpflege

Grundsätzlich gelten für alle vorhandenen natürlichen Zähne sowie für festsitzenden Zahnersatz (Kronen, Brücken...) die allgemeinen Empfehlungen für die vorbeugende Mundhygiene: regelmäßiges Putzen mit der Bürste und Reinigung der Zahnzwischenräume mit speziellen Hilfsmitteln. Da durch Schwundprozesse und Lückenbildung in der Regel die Zwischenräume schon verändert sind, sollte eine individuell angepasste Pflegetechnik im Rahmen der zahnärztlichen Prophylaxe besprochen werden; auch die professionelle Zahnreinigung bei speziell dafür ausgebildeten Fachkräften ist eine empfehlenswerte Unterstützung; in vielen Fällen, z. B. bei fortgeschrittener Parodontose, sogar unerlässlich für den Erfolg des Zahnerhaltes und die Haltbarkeit des Zahnersatzes.

Wichtiger Hinweis!

Durch die Übertragung der Kau-Kräfte auf den Kiefer kommt es mit der Zeit zu einer Umformung am Kieferknochen. Dies kann individuell sehr verschieden sein – je nach Belastung und Widerstandskraft des Prothesenlagers. Aber immer gilt: Je besser die Prothese „sitzt“, je exakter sie dem Prothesenlager anliegt, umso geringer werden diese Umbauvorgänge ausfallen! - Prothesen sollten daher regelmäßig bei den kostenlosen zahnärztlichen Routinekontrollen alle sechs Monate auf ihren exakten Sitz hin überprüft und gegebenenfalls neu angepasst („unterfüttert“) werden. Bei normalen Belastungen ist ungefähr einmal im Jahr mit einer Unterfütterung zu rechnen, damit der Kiefer nicht unnötig hohen Belastungen ausgesetzt wird bzw. damit es bei der Zahnprothese nicht zu Spannungsbrüchen kommt.

Bei Veränderungen an den Seitenzähnen geschieht es gelegentlich, dass man sich in die Wangen beißt: Das unbewusste Zusammenspiel der Zähne und Muskeln muss in der Feinabstimmung neu "programmiert" werden. Daher ist es bei neuem Zahnersatz wie bei neuen Schuhen: Vorsichtig eingewöhnen...

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