Umweltzahnmedizin

In den letzten Jahrzehnten haben allergische Erkrankungen stetig zugenommen: war beispielsweise der „Heuschnupfen“ vor hundert Jahren noch eine sehr seltene Erscheinung, so ist er heute zum Leiden sehr vieler Menschen geworden! Gegen ein Allerweltsmetall wie Nickel (vorhanden in vielen Gebrauchsgegenständen, in Schmuckstücken, aber auch z. B. in Drähten der Kieferorthopädie) haben bis zu 25 % der Bevölkerung eine Sensibilisierung.

Die Rate der sogenannten „Autoimmunerkrankungen“ hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Chronisch entzündliche Erkrankungen und chronische Multisystemerkrankungen wie Allergien, Diabetes, Rheuma, Magen-, Darm- oder Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen sowie die Parodontitis nehmen einen immer höheren Stellenwert ein.

Die Zahnmedizin teilt sich in Prophylaxe und eine Art „Reparaturmedizin“: wo die Bemühungen der Prophylaxe versagen, da werden mit Füllungen und Zahnersatz Fremdstoffe in den Körper gebracht, die die Funktion des Gebisses sichern und wiederherstellen.

Dieser Ansatz der Zahnmedizin (Reparatur erkrankter Zähne bei ansonsten gesunden Menschen) kommt an Grenzen zum Beispiel dort, wo chronisch erkrankte Menschen gegenüber den eingesetzten Materialien sensibel reagieren. Früher war das sehr selten der Fall, heute hingegen kommen wir an den im ersten Absatz beschriebenen Veränderungen nicht ohne Weiteres vorbei: Die Umweltzahnmedizin versucht, den Menschen in seiner komplexen Individualität zu erfassen und den Aspekt der Biokompatibilität - der Verträglichkeit der verwendeten Materialien - in die notwendige Reparatur einzubeziehen: nicht jedes Material ist für jeden Patienten gleichermaßen geeignet!

Sensibilisierungen und Allergien sind eine höchst komplexe Angelegenheit und bei verschiedenen Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Mitunter ist die Mitwirkung verschiedener Spezialisten erforderlich, um zu individuell geeigneten Lösungen zu kommen.

Die Umweltzahnmedizin ist daher eine interdisziplinär ausgerichtete Disziplin für Zahnärzte, Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen und Zahntechniker. Im Fokus der Umwelt-Zahnmediziner steht die umfassend ausgerichtete zahnärztliche Behandlung chronisch kranker Patienten, sowie die Anwendung individueller präventiver Behandlungskonzepte mit dem Ziel, chronisch entzündliche Krankheiten auch fernab der Mundhöhle zu verhindern oder zu lindern.

Anders als andere Teildisziplinen der modernen Zahnmedizin beschränkt sich die Umweltzahnmedizin nicht nur auf den Mund- und Kieferbereich. Vielmehr betrachtet die Umweltzahnmedizin den menschlichen Körper in seiner Ganzheit. Ziel einer so definierten ganzheitlich biologischen Zahnmedizin ist es, chronisch kranke Patienten durch individuelle, das Immunsystem einbeziehende, Behandlungskonzepte zu betreuen, um so vorhandene Belastungen abzubauen und neue zu vermeiden.

Das heißt: Als Umweltzahnärzte untersuchen wir, ob Erkrankungen in der Mundhöhle Ursprung für andere chronische Erkrankungen des Patienten sind. So gibt es beispielsweise Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Rheuma, zwischen toten Zähnen und Immunstörungen, aber auch zwischen Entzündungen des Zahnfleischs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Unfruchtbarkeit. Solche Wechselwirkungen zwischen menschlichem Organismus und der Mundgesundheit gilt es mithilfe der ganzheitlichen bzw. biologischen Umweltzahnmedizin aufzudecken.

Diese Zusammenhänge sind keine Einbahnstraße: Selbstverständlich können auch Grunderkrankungen wie Rheuma oder Diabetes Probleme in der Mundhöhle, wie eine schlecht heilende Parodontitis, verursachen. Wir sprechen aufgrund der wechselseitigen Auswirkungen dieser Erkrankungen in verschiedenen Körperregionen von „Multisystemerkrankungen“ und sehen Erfolge, wenn wir ganz allgemein den Entzündungs-Ursachen auf die Spur kommen und möglichst viele solcher „Trigger“ ausschalten.

Das Aufspüren solcher Ursachen ist nicht immer einfach. Neben der „sprechenden Medizin“ (Anamnese) spielen hier Labortests eine große Rolle. Mitunter sind Erfolge auch nur in der Zusammenarbeit mit anderen Therapeuten zu erzielen. In all diesen Fällen gerät die allgemeine Zahnmedizin an ihre Grenzen und die Umweltzahnmedizin kommt zum Einsatz.

Als eine der wenigen Zahnarztpraxen in Hamburg bietet unsere Praxis Behandlungsmethoden aus dem Bereich der Umweltzahnmedizin bzw. biologischen Zahnheilkunde. Unsere Zahnärzte Dr. Loose und Dr. Völker sind zertifizierte und qualifizierte Umweltzahnmediziner.

Wenn Menschen durch Schadstoffe in der Umwelt, Füllmaterialien oder ähnliches chronisch krank werden, ist dies sowohl für Zahn-, als auch Hausarzt nicht immer sofort erkennbar. Insbesondere in solchen Fällen, wenn zunächst keine eindeutige Ursache gefunden werden kann, ist eine ganzheitliche Untersuchung notwendig.

Im Sinne der ganzheitlichen Zahnmedizin haben sich unsere Zahnärzte Fachwissen der allgemeinen Medizin angeeignet, das weit über das vermittelte Wissen der Zahnmedizin hinausgeht. Zudem hat sich unsere Praxis Freude am Lächeln ein breites Partnernetzwerk aus Spezialisten verschiedenster medizinischer Fachrichtungen aufgebaut. Auf diese Weise können wir für unsere Patienten eine ganzheitliche Diagnose erstellen.

Um bei Patienten in unserer Zahnarztpraxis festzustellen, ob Probleme im Mundbereich Ursache für chronische Erkrankungen sind, muss der gesundheitliche Zustand ganzheitlich analysiert werden. Welche Füllmaterialien werden in den Zähnen angewendet? Gibt es bekannte Erkrankungen oder Allergien? Gibt es Vorerkrankungen in der Familie? Über welche Symptome klagt der Patient?

In unserer Praxis für Zahnmedizin in Hamburg erkunden wir zudem die Ursachen für Materialprobleme und entwickeln individuelle Lösungen für den betreffenden Patienten. Grundsätzlich gilt es, mithilfe einer umfangreichen Diagnostik Materialunverträglichkeiten bereits vor Zahnbehandlung erkennen und so vermeiden zu können. Hierbei helfen die Labortests.

Bei bereits eingesetzten Materialien müssen Zahnfüllungen, Kronen, usw. untersucht werden. Aber auch der verwendete Kleber (Kunststoff, Zement) kann allergische Reaktionen während der Zahnbehandlung hervorrufen.

Das biologische Behandlungskonzept für Zähne sieht vor, als unverträglich identifizierte Fremdmaterialien soweit wie möglich zu entfernen und diese durch individuell verträglichere Werkstoffe zu ersetzen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Keramik, um dem natürlichen Zahn in Funktion und Ästhetik in nichts nachzustehen. In unserer Zahnarztpraxis verzichten wir gänzlich auf Behandlungen mit Amalgam. Wir setzen, wenn immer möglich, metallfreie Konstruktionen für den Zahnersatz ein. Der biologischen Zahnheilkunde nach sollten zudem chronische Entzündungen oder Störfelder entfernt werden, wie sie z. B. bei wurzelbehandelten Zähnen entstehen können.

Beim Aufstellen eines Behandlungsplans beziehen wir Ihre Ärzte und unsere Kollegen der unterschiedlichen medizinischen Fachbereiche ein, um eine Therapie aufzustellen, die individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Wir beraten Sie gerne ausführlich über diese neuen Behandlungsmöglichkeiten der Umweltzahnmedizin.

Mehr zum Thema erfahren Sie im Flyer: „Was ist Umweltzahnmedizin“.

Eine umweltmedizinisch geschulte Sichtweise der Zahnmedizin kommt als "Hintergrundleistung" selbstverständlich allen Patienten gleichermaßen zugute!

Bei speziellen Problemen oder umfangreichen Fragestellungen, die Patienten mit in die Praxis bringen, kann sich die Notwendigkeit für eine zeitintensive Erfassung der Daten ergeben. Labormedizinische Untersuchungen (zum Beispiel immunologische Blut-Testungen) und daraus abgeleitete Therapieempfehlungen führen in manchen Fällen zu einem erheblichen Mehraufwand, sodass die Übernahme dieser Zusatzkosten durch die gesetzliche Krankenversicherung in vielen Fällen nicht gegeben ist.


 

Mehr erfahren: Pallschema_2019.pdf
© 2018 HQHH