Anthroposophische Zahnheilkunde

Unsere Patienten nehmen die angenehme Atmosphäre in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg wahr und fühlen sich während ihrer zahnärztlichen Behandlung gut aufgehoben, respektiert und in ihrer Person, ihrem Wesen, verstanden. Was die meisten jedoch nicht wissen: Hierbei handelt es sich um einen wesentlichen Bestandteil der anthroposophischen Zahnheilkunde.

Aber was bedeutet „anthroposophisch“? Der Begriff „Anthroposophie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt etwa „die Weisheit vom Menschen“. Die Anthroposophische Medizin wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Begründer der Anthroposophie Dr. Rudolf Steiner und der Ärztin Dr. Ita Wegman begründet.

Anthroposophische Zahnheilkunde

Die Anthroposophie Rudolf Steiners geht von einem ganzheitlichen Menschenbild aus, das den Menschen auf seinen drei Ebenen betrachtet: Leib – Seele – Geist.

Für eine erfolgreiche, ganzheitliche Diagnostik nach anthroposophischer Sicht müssen wir unsere Patienten in ihrer Ganzheit wahrnehmen. Ein ängstliches, verschüchtertes Kind in der Praxis ist beispielsweise nicht nur dieser kleine Mensch des besonderen Augenblicks, sondern ein inkarniertes Geist-Wesen auf seinem irdischen Lebensweg, auf dem das Erlebnis in der Praxis möglicherweise gerade einen wichtigen Entwicklungsschritt darstellt.  (Selbst-)Überwindung und Selbstbewusstsein können gerade auch in einer Zahnarztpraxis erworben und eingeübt werden und am Ende ist dann ein geretteter Zahn nur ein kleiner Teil dessen, wofür der Besuch in der Praxis gut und wichtig war. Damit dies möglich ist, muss sich unser Patient in unserer Praxis gut aufgehoben und wohl fühlen. Gelegentlich brauchen wir dafür Zeit!

Als anthroposophischer Zahnarzt oder Mediziner ist es also unsere selbst gewählte Aufgabe, Geist und Seele mit zu berücksichtigen. Das heißt konkret auch, dass Faktoren wie Körperhaltung, Sprache, aber auch Gestik und Mimik, Ängste und Nöte unserer Patienten in Diagnose und Therapie mit einfließen.

Grundsätzlich wertet die Anthroposophie Krankheiten nicht allein als physische Fehlfunktion. Die anthroposophische Medizin erkennt Erkrankungen als Ungleichgewicht, ausgelöst durch geistige, seelische und körperliche Umstände. Krankheiten werden während einer anthroposophischen Behandlung als Chance gesehen, sich selbst zu heilen und in eine ausgewogene – psychische und physische – Balance zu bringen. Daher sind wir bei Freude am Lächeln der Meinung: Wenn dies mit schulmedizinischen Methoden nicht erreichbar ist oder es bessere, womöglich auch nur ergänzende Heilmittel gibt, dann sollen diese auch in unsere Praxis einfließen.

Der Zahn ist ein Grenzfall des Körperbaus und damit auch ein Sonderfall in der Medizin: Die Außenhülle des Zahnes, der Zahnschmelz, ist ganz anorganisch und aus dem Lebens-Zusammenhang entlassen: die zahnbildenden Zellen, die sogenannten Adamantoblasten, sterben nach vollzogener Arbeit ab und stehen daher für restaurative Tätigkeiten nicht mehr zur Verfügung. Daher greifen auch geistige, homöopathische oder sonst wie auf das Lebendige wirkende Heilungsmethoden bei einer Zerstörung des Schmelzmantels nicht mehr und die Zahnheilkunde, auch die anthroposophische, ist auf die Reparatur dieser Zerstörung mit restaurativen Methoden angewiesen.

Anders ist es bei entzündlichen Erkrankungen wie der Gingivitis oder der Parodontitis. Hier gibt es aus dem Erfahrungs- und Arzneimittelschatz der Anthroposophischen Medizin eine ganze Reihe von Verfahren, die die schulmedizinischen Grundlagen der Zahnheilkunde ergänzen können. Als Zahnärzte müssen wir während einer anthroposophischen Behandlung in unserer Zahnarztpraxis hinterfragen, welche psychischen Aspekte zusätzlich ausschlaggebend sein können. Denn: In den letzten Jahrzehnten hat auch die moderne allgemeine Medizin erkannt, dass ein chronisch erkrankter Mensch nur dauerhaft geheilt werden kann, wenn auch die Psyche des Menschen „gesund“ ist.

Das wichtigste vorweg: „Anthroposophisch orientiert“ bedeutet nicht, dass auf konventionelle Medizin verzichtet werden muss. Bei einer anthroposophischen Behandlung gilt stattdessen, konventionelle Arznei nur so lange wie nötig und so wenig wie möglich einzusetzen.

Bei Entzündungen des Zahns oder Extraktionen muss nicht immer gleich ein Antibiotikum verschrieben werden. Zur Behandlung, aber auch zur Vorbeugung und Verhinderung von Erkrankungen, können homöopathische, phytotherapeutische oder eben originär anthroposophische Heilmittel in vielen Fällen ebenso bei der Genesung unserer Patienten helfen. Grundannahme der anthroposophischen Heilmittel ist, dass sie die eigene Selbstheilung anregen, den Körper (bzw. auch die Seele) wieder in die eigene Mitte führen sollen.

Anthroposophische (Zahn-)Medizin zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie keine pauschalen Behandlungsabläufe verfolgt. Es gibt keine Routineanwendungen, die bei jedem Patienten mit der gleichen Erkrankung abgerufen werden können. Jede Behandlung der Anthroposophie ist individuell auf unseren Patienten abgestimmt.

Die anthroposophische Zahnmedizin soll konventionelle Zahnmedizin nicht „ersetzen“, es handelt sich bewusst um keine „Alternativmedizin“. Vielmehr ist die Anthroposophie als individuelle Komplementärmedizin für unsere Zahngesundheit zu werten. Die anthroposophische Medizin dient als ganzheitliche, geisteswissenschaftliche Ergänzung zu schulmedizinischen naturwissenschaftlichen Therapieverfahren.

Seit vielen Jahren ist Dr. Völker in der Weiterbildung für die anthroposophische Zahnmedizin als Referent auf nationalen und internationalen Kongressen und in Ausbildungs-Curricula tätig. Herr Dr. Völker ist Ihr Spezialist für Anthroposophische Zahnheilkunde in Hamburg.

© 2018 HQHH